Donnerstag Abend war es dann endlich soweit: um 20 Uhr wurde das Festival eröffnet.

Den Beginn machte die Gruppe „LevelCool“ aus Weimar mit ihrem Stück „Raus damit!“ LevelCool war die einzige freie Theatergruppe und als solche bewusst mit in das Programm aufgenommen worden, um auch in der Zusammensetzung der TeilnehmerInnen einen vielfältigen Austausch garantieren zu können. Bei der Auswahl hatten wir in Kauf genommen, dass es sich bei dem Stück der Gruppe nicht um eine Urauführung handelt – sie hatten es bereits im hauseigenen Theater des „Stellwerk“ in Weimar gespielt. Diese Ausnahme hielten wir aufgrund der hohen Qualität des Stückes für gerechtfertigt. Die Theatergruppe ihrerseits hatte das ursprüngliche Stück gekürzt und französische bzw. deutsch-französische Szenen hinzugefügt.

Das Stück „Raus damit!“ interpretierte das Ei symbolisch als ein Bild der Veränderung und Metamorphose. Was bewegt Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsen werden? Warum ist die Welt plötzlich so in Aufruhr? Ist das eigentlich alles vorherbestimmt? Wie lang hält das an? Warum gibt es so viele Fragen? Die SpielerInnen gaben mit ihrem selbst entwickelten Stück zwar keine Antworten auf diese Fragen – boten jedoch durch die kraftvollen und expressiven Bilder, die chorischen Deklamationen und die Choreographie auf der Bühne einen emotionalen Zugang zu all den Fragen rund ums Erwachsenwerden, was die ZuschauerInnen tief beeindruckte.

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Für einen ganz anderen Aspekt des Eis hatte sich die zweite Gruppen am Abend entschieden: Die SchülerInnen des Lycée Madame de Staël aus Montluçon in der Auvergne hatten Redewendungen, literarische Textauszüge und Bonmots rund ums Ei mit so viel Charme, Witz und Lust am theatralischen Spiel miteinander inszeniert, dass sich der Zuschauersaal vor Lachen bog. Nicht zu vergessen, dass auch die berühmte Frage nach dem Huhn und dem Ei für den Zuschauer von Approche! nunmehr als gelöst gelten darf...


Ein gelungener Auftakt für Approche!, der jedoch für die beiden am Freitag folgenden Gruppen den Druck merklich erhöhte.

Der Vorfang fiel hier zunächst für die SchülerInnen des Lycée Jacques Cartier aus Saint Malo. Basis ihres Stückes war das Gedicht „La grasse matinée“ von Jacques Prévert, welches sich soziale Diskriminierung und Armut zum Gegenstand macht. Beide Themen verdichten sich im Geräusch des an einer Zinntheke aufgeschlagenen Eies. Engagiert setzten die SchülerInnen dies akustisch und visuell um. Ohne jede Kulissen setzte sich ihr Spiel dem Zuschauer vollkommen aus.

Im Gegensatz hierzu hatten sich die SchülerInnen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums aus Preetz für die Form der Komödie entschieden – und was böte hier mehr Stoff als das Zusammentreffen zweier Kulturen, der französischen und der deutschen! Erzählt wurde die Geschichte der französischen Austauschschülerin Amélie, die die Osterzeit bei der deutschen Familie Eiermann verbringt. Angereichert mit viel Augenzwinkern, scharfsinnigen Beobachtungen über die interkulturellen Fallen, die sich bei einer solchen Begegnung auftun, entließen uns die Preetzer schließlich doch beruhigt mit der Feststellung, dass eine Begegnung viele Entdeckungen in sich birgt, die diese lohnenswert machen.